Time Travel Vienna – Einen Besuch wert?

Wir haben Time Travel Vienna getestet

Wir waren auf einer virtuellen Zeitreise durch die Geschichte Wiens und haben das Time Travel Vienna besucht. Wieso es sich wider erwarten doch nicht um eine Touristenfalle handelt, kannst du im folgenden Beitrag nachlesen. Keine Lust? Weitere Möglichkeiten findest du unter unseren Freizeitmöglichkeiten.

 

Time Travel Vienna – Touristenfalle oder doch mehr?

Erzherzog Franz Ferdinand gibt es ebenfalls zu sehen
Erzherzog Franz Ferdinand gibt es ebenfalls zu sehen

 

Touristen bekommen ja viele Klischees von Wien geboten. Sei es eine Fiakerfahrt um den Ring, Konzertticketverkäufer im Mozartkostüm, den Figlmüller als einzig wahren Ort eines Wiener Schnitzels oder eine Vorführung in der traditionellen Hofreitschule.

Ich bin überzeugt davon, dass nur wenige richtige Wiener auch nur eines dieser Dinge gemacht haben. Warum auch? Die Fiakerpferde tun mir leid, die Ticketverkäufer erkennen aus der Ferne, dass ich kein Tourist bin und ein Schnitzel ohne Beilage um € 15 Euro – das kann nicht euer Ernst sein! Doch der Erfolg gibt ihnen Recht und ich schließe nicht aus, dass ich nicht selbst auf Reisen in genug Touristenfallen tappe.

Wolfi hatte für seinen Männerabend etwas ausgesucht, das für mich auf den ersten Eindruck als klassische Touristenfalle wirkt. Das Time Travel Vienna bietet seit 2012 eine 5D Geschichtsreise durch 2000 Jahre Wiener Geschichte. Mit der Location nahe des Grabens und Ticketpreisen von € 19,50 dachte ich, dass meine niedrigen Erwartungen schnell bestätigt werden und wir uns nun kitschigen Wien-Klischees widmen müssten.

 

Nur eine der vielen sprechenden Puppen - Wolfgang Amadeus Mozart
Nur eine der vielen sprechenden Puppen – Wolfgang Amadeus Mozart

 

Die rund einstündige Tour brachte uns in die alten Kellergemäuer des Salvatorianerklosters in der Habsburgergasse wo wir vor einigen Portraits stehen blieben. Begrüßungen von „zum Leben erwachten“ österreichischen Persönlichkeiten wie Sigmund Freud oder Mozart machten einen ersten netten Eindruck und führten uns zu einer 5D Fahrt, wie ich sie eigentlich nur aus einem Action Themenpark in Florida kenne.

Beeindruckt haben mich bei der Fahrt die Szenen von Wien in den Pestjahren, der Bau des Stephansdoms und die Türkenbelagerung. Vor allem die grafisch wirklich großartig aufbereitete Darstellung Wiens hat mich fasziniert. Die Zeitsprünge waren mir zwar nicht ganz klar, doch mehr als einen groben Überblick über die 2000 Jahre Geschichte habe ich mir auch nicht erwartet.

 

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Nach der Fahrt ging es in einen Raum wo der kaiserliche Stammbaum Österreichs genauer erläutert wurde. Sprechende Puppen von Sissi und Franz erzählten die Abfolge bis hin zum Ende der Monarchie. So sehr es inhaltlich interessant war, so schlecht fand ich verglichen mit dem restlichen Programm die Umsetzung der Puppen. Bei so einem großen Projekt konnte ich mir ein Schmunzeln über die motorisierten Schaufensterpuppen nicht verkneifen. Doch die Tour war ja lange noch nicht zu Ende.

 

Das besetzte Wien - Erklärt bei Time Travel Vienna
Das besetzte Wien – Erklärt bei Time Travel Vienna

 

Ein musikalisches Ringelspiel ging wieder mehr auf klassische Elemente wie Strauß oder Mozart ein, bevor wir zur „dunklen Geschichte“ Wiens kamen. Für uns wohl das „Highlight“ bei Time Travel, wenn man es als solches bezeichnen kann. Der Tourguide führte uns in eine Bunkerkammer, die durch Soundeffekte und Vibrationen einen Bombenangriff in der Kriegszeit nachahmen soll.

Es sind weniger die offensichtlich maschinell erzeugten Erschütterungen, die mich bewegt haben, als der Gedanke, wie sich die Bewohner in der Kriegszeit wohl gefühlt haben müssen. So ergreifend der Teil der Tour auch teilweise ist, mir fehlt hier eine bessere Aufarbeitung der Kriegszeit. Weniger wie in einem Themenpark, sondern mehr Information wäre wünschenswert. Derstandard.at hatte dies bereits bei der Eröffnung kritisiert.

Als entspannenden Abschluss wurden die Besucher bei einer virtuellen Fiakerfahrt durch das heutige Wien geführt, wohl auch um auf andere Gedanken zu kommen. Wie schon bei der 5D Fahrt zu Beginn gefiel mir hier wieder sehr die Aufmachung und die Liebe ins grafische Detail.

Nach gut einer Stunde war die Tour zu Ende und uns blieben viele Eindrücke. Ist das Time Travel Vienna eine Touristenfalle? Keineswegs. Ich finde es ist eine wirklich gelungene und abwechslungsreiche Alternative zum sonst eher trockenen Programm in Wien.

Auch als Wiener bekam ich einen sehr groben Überblick über die Geschichte Wiens, wobei natürlich in seiner Form für mich nicht viel Neues dabei war. Die dunklen Seiten der Geschichte kamen mir etwas zu kurz, die technische Umsetzung der Tour hat mich für Wien allerdings überzeugt. Man merkt, dass man sich bei der Gestaltung viel überlegt hat und somit ist die Tour auch für Wiener interessant. Ich empfehle aber im Vorfeld sich online ein Ticket zu sichern, um sich 20% zu ersparen.

 

Web:  Time Travel Vienna

Adresse: Habsburgergasse 10A, 1010 Wien

Öffnungszeiten: Ganzjährig tgl., 10 – 20 Uhr

 

Hast du noch andere Ideen für Touristenattraktionen für Einheimische? Lasse es uns wissen!

Über Philipp 20 Artikel
Stillstand ist für mich etwas ganz Schlimmes. Ich liebe es neue Dinge zu probieren, die Welt zu bereisen und Ideen zu entwickeln. Seit fast 10 Jahren bin ich selbstständig in mehreren Bereichen und da braucht man auch immer wieder Neues, um sich weiterzuentwickeln. Unsere Männerabende sind genau das: Immer wieder neue Ideen, Aktivitäten ausprobieren, auf die man selbst nicht kommen würde und das noch mit den besten Freunden. Ich freue mich auf euer Feedback!

3 Kommentare zu Time Travel Vienna – Einen Besuch wert?

    • Hallo Walter!

      Danke für deinen Kommentar. Wir sind der selben Meinung!

      lG

      Thomas

  1. Ich war am letzten Donnerstag dort und ich muss sagen:
    „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut!“
    Schliesse mich dem obrigen Kommentar an: Prädikat sehenswert
    Aus Ravensburg die besten Grüße

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